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Einen Artikel zu OVT in der VOX HUMANA – 

Fachzeitschrift für Gesangspädagogik (Ausgabe 2/2022) finden Sie hier

One Voice Technique (OVT) ist eine funktionale Stimmbildungsmethode für den nichtklassischen Gesang, die ab dem Jahr 2000 von Univ.-Prof. Annett Thoms entwickelt wurde.
Bei der OVT wird, das ist der entscheidende Vorteil den meisten anderen Trainingsmethoden gegenüber, die Gesangsstimme nicht in mehrere Gesangsregister oder „Stimmen“ eingeteilt (z.B. Bruststimme, Kopfstimme, Mittelstimme, Mischstimme), sondern vom tiefsten bis zum höchsten Ton als EINE Stimme benannt und trainiert.

Die medizinische Studie SiACo (SingAgainstCortisone) von 2020 hat belegt, dass durch ein Gesangstraining mit der Methode der OVT im Gruppenunterricht nach nur 8 Trainingseinheiten der Schalldruckpegel (SPL – SoundPressureLevel), also die Lautstärke der Stimme fast verdoppelt werden konnte. Weiter wurden eine wesentlich verringerte Schleimbildung auf den Stimmlippen und eine Verbesserung des Jitter-Wertes (Unregelmäßigkeiten der Frequenzen beim Tonklang) bei den medizinischen Untersuchungen festgestellt. Der Wert für den Stimmlippenschluss konnte sogar verdoppelt (!) werden. 

Grundlagen für diese Art der Stimmbildung sind die natürlichen physiologischen Gesetzmäßigkeiten der Sprechstimme. Die Modifizierung des Luftstroms durch Phonation und Artikulation und der Tonus des Vokalmuskels erfolgt auf allen Tonhöhen nahezu identisch mit der Modifizierung des Luftstroms für den Tonklang der Sprechstimme (siehe dazu auch die M.O.V.E. Technik von ProfDr Josef Pilaj). 
Zur Erzeugung des Luftstroms wird die Gesangsatmung angewendet: Der Ausatemvorgang wird bis auf wenige Ausnahmen verzögert.
Die innere Kehlkopfmuskulatur wird trainiert und die Rachenmuskulatur (hauptsächlich die mit Hilfs- oder Schutzfunktionen beim Schluckvorgang)  wie beim natürlichen Sprechtonklang auf Entspannung konditioniert.  

Dadurch können Sängerinnen und Sänger vom tiefsten bis zum höchsten Ton ohne Veränderung der Tonqualität singen. Es fehlt somit der typische „Bruch“ (Qualitätsveränderung zwischen zwei aufeinander folgenden Tönen).

Deshalb wird, und das ist ein entscheidender Vorteil der One Voice Technique , die Gesangsstimme auch nicht, wie sonst allgemein üblich, in mehrere Gesangsregister oder „Stimmen“ eingeteilt (z.B. Bruststimme, Kopfstimme, Mittelstimme, Mischstimme), sondern sie ist, vom tiefsten bis zum höchsten Ton, EINE Stimme.
Einer der positiven Nebeneffekte der OVT Methode ist eine verbesserte Intonation. Sie erleichtert Singenden den Zugriff auf das Tongedächtnis. 


Ein weiterer Vorteil von OVT zeigt sich bei der emotionalen Umsetzung von Liedtexten. Da der Gesangstonklang mit dem Tonklang der Sprechstimme nahezu identisch ist, bekommt die Gesangsstimme ihre Dynamik und die verschiedenen Farben (Sounds und Effekte) auf natürlich Weise durch die unterschiedlichen Gefühlsregungen der Sängerinnen und Sänger während der Interpretationen. Die verschiedenen Farben (Sounds und Effekte)  müssen bei OVT deshalb nicht „extra“ erlernt bzw. trainiert werden.

Alle Gesangsübungen wurden und werden auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Phoniatrie entwickelt und ständig dahingehend überprüft.


Diese Stimmbildungsmethode wird an der JAM MUSIC LAB – University for Jazz and Popular Music Vienna und an der Gulda School of Music seit 2011 durch  

Univ.-Prof. Annett Thoms und seit 2021 auch von Christiane Niederbacher gelehrt. Die One Voice Technique wird mittlerweile auch durch ehemalige Gesangspädagogik-Schülerinnen und Schüler von Univ.-Prof. Annett Thoms vermittelt.